Fröhliche Weihnacht’ – überall?

Szene aus Theaterstück live auf großer Bühne: die Tagfee erklärt symbolisch das Phänomen der Wintersonnenwende

Viele Menschen freuen sich weltweit auf das „Weihnachtsfest“ (und das oft schon im Spätsommer). Aber fast ebenso viele Menschen vergessen dabei, dass es mindestens genauso viele Menschen (wenn nicht sogar mehr) gibt, die gar kein Weihnachten im christlichen Sinne feiern. Hinzu kommt eine Fraktion von Eintageschristen, die nur zur Heiligabend in die Kirche gehen, weil sie vielleicht mal getauft wurden oder unter dem Begriff Tradition was davon gehört haben.

Fakt ist, dass Weihnachten weder für alle das Gleiche ist, noch ein Einheitsfest für alle Menschen – wie es vielleicht die Werbeindustrie darstellt. Tatsächlich führt die Doktrin des besinnlichen Lichtertaumels alljährlich zu einigen mehr oder weniger erfreulichen Begebenheiten. Beispielhaft ist dafür das Abspulband einiger Supermarkt Kassierer/innen. Während unter „Normalbedingungen“ stets Floskeln wie „Fröhlichen ersten Advent“ oder „Schönes Weihnachtsfest“ auf dem Programm stehen, verstummt meist plötzlich die Weihnachtseuphorie, sobald Kunden dunklere Haare, Haut oder gar ungewöhnliche Bekleidung tragen. Für jede Reklamation, jedes Sonderangebot und jede Service-relevante Aktion bzw. Reaktion gibt es offenbar Schulungen und entsprechend passende Antworten. Jedoch bei der meiner Meinung nach wichtigsten sozialen Interaktion fehlt oft sowohl Expertise als auch Flexibilität.

Nun wird man sicher entgegnen, dass man zum Beispiel einem Kunden mit dunkler Hautfarbe seine Religionszugehörigkeit und damit seinen Bezug zu Weihnachten nicht ansehen kann. Aber kann man das bei mutmaßlich deutschaussehenden Menschen? Man erkennt hier schnell, dass nicht nur einiges im Argen liegt, sondern auch noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten ist. Als Übergangslösung könnte man zum Beispiel ein frohes Fest wünschen. Was auch immer der Kunde vielleicht zu feiern hat – sei es ein Geburtstag, ein erfolgreicher Tag oder eben Weihnachten – man erzeugt damit zumindest etwas weniger Verlegenheit.

Für uns als Künstler steht fest: Wir möchten weder durch unser Auftreten, noch durch unsere Aufführungen eine konfessionelle Bindung zum Ausdruck bringen. Unsere Aufführungen sollen für Menschen aller Gesinnungen zugänglich sein und niemanden ausschließen. Gerade zu der Zeit, welche viele einfach als Weihnachtszeit abstempeln, besinnen wir uns auf das Wesentliche was für alle gleich ist. Es ist Winter, die Tage werden kürzer, die Nächte länger und wir können uns auf das Phänomen der Wintersonnenwende freuen, bei dem sich der Trend dreht. Und rund um diese Begebenheit haben wir unser Wintermärchen „Die märchenhafte Wintersonnenwende“ aufgebaut. Dieses Märchen greift nicht nur die Atmosphäre der Jahreszeit auf, sondern wirft den Fokus auf ganz essentielle Dinge wie Freundschaft und Offenheit. Das sind die Dinge, die uns neben Glühwein und Kerzenschein wirklich die Herzen erwärmen können.

29.07.2018 / Martin

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